Hunger und Zorn : Roman

Renard, Alice, 2025
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Medienart Buch
ISBN 978-3-293-00627-0
Verfasser Renard, Alice Wikipedia
Beteiligte Personen Meyer, Katharina Wikipedia
Beteiligte Personen Müller, Lena Wikipedia
Systematik DR - Romane, Erzählungen und Novellen
Verlag Unionsverlag
Ort Zürich
Jahr 2025
Umfang 150 Seiten
Altersbeschränkung keine
Sprache deutsch
Verfasserangabe Alice Renard ; aus dem Französischen von Katharina Meyer und Lena Müller
Annotation Quelle: bn.bibliotheksnachrichten (http://www.biblio.at/literatur/bn/index.html);
Autor: Doris Göldner;
Roman über ein besonderes Mädchen und eine ungewöhnliche Freundschaft mit einem alten Mann. (DR)
Das Buch beginnt mit Isors 13. Geburtstag. Die Eltern blicken auf schwierige Jahre zurück, denn Isor ist nicht wie andere Kinder. Sie drückt sich ausschließlich in emotionalen Ausbrüchen aus, die stets ein großes Chaos hinterlassen. Die Eltern haben aufgegeben, herauszufinden, was mit ihrer Tochter los ist, und sich als Kleinstfamilie völlig aus dem gesellschaftlichen Leben zurückgezogen. Wie ihr Alltag aussieht, schildern sie selbst im ersten Teil des Romans.
Der zweite Teil wird von Lucien erzählt, dem alten, zurückgezogen lebenden Nachbarn. Als er überraschend gebeten wird, auf Isor aufzupassen, öffnet sich der einsame Mann. Er wendet sich dem sprachlosen Mädchen zu und findet durch sie erneut Sinn im Leben. Gemeinsam hören sie Musik, spielen Domino, und Lucien liebt es besonders, ihr zuzusehen, wenn sie jemanden parodiert.
Im dritten Teil (Isor ist inzwischen 16, Lucien hatte einen schweren Schlaganfall) verlässt Isor ihre Familie und trampt bis nach Sizilien. Dort findet sie eine Lösung für Luciens tiefe Traurigkeit und auch ihren eigenen Platz. Dieser Abschnitt ist in Form von Briefen geschrieben, mit ungewöhnlichem Satzbau und eigensinniger Sprache.
Der Debütroman der jungen Autorin (sie schrieb ihn mit 21) wurde in Frankreich enthusiastisch gefeiert und vielfach ausgezeichnet. Sprachlich ist er mitunter überwältigend besonders dann, wenn der 75-jährige Lucien seine tiefe Liebe zu Isor beschreibt und analysiert.
Auch der nüchterne Blick der Eltern auf die Fähigkeiten (oder eben Nicht-Fähigkeiten) ihres Kindes ist der Autorin hervorragend gelungen. Isors unerwartete Briefe und ihre plötzliche Fähigkeit zu sprechen lösen bei den Eltern Wut aus: »Belügt sie uns seit fast 16 Jahren?« (S. 106). Auch die Leser*innen könnten befremdet sein. Es wird nicht erklärt, wo, wann und wie Isor all das gelernt haben könnte.
Empfehlung für einen außergewöhnlichen Roman über große empathische Fähigkeiten, die mit eindrucksvoller Sprachkunst dargestellt werden.

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