Die Nichtswürdigen : Roman

Bazterrica, Augustina, 2024
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Medienart Buch
ISBN 978-3-518-47436-5
Verfasser Bazterrica, Augustina Wikipedia
Beteiligte Personen Strobel, Matthias Wikipedia
Systematik DR - Romane, Erzählungen und Novellen
Verlag Suhrkamp
Ort Berlin
Jahr 2024
Umfang 193 Seiten
Altersbeschränkung keine
Sprache deutsch
Verfasserangabe Augustina Bazterrica ; aus dem Spanischen von Matthias Strobel
Annotation Quelle: bn.bibliotheksnachrichten (http://www.biblio.at/literatur/bn/index.html);
Autor: Josef Mitschan;
In einer postapokalyptischen Welt leben Frauen in einer streng hierarchisch gegliederten Gemeinschaft, die von grausamen Opferritualen geprägt ist. (DR)
Die namenlose Ich-Erzählerin berichtet in kurzen und längeren Tagebucheinträgen über ihr Leben hinter den Mauern eines ehemaligen Klosters. Dort bestimmt die Schwester Oberin über alle Handlungen, überwacht die jungen Frauen und bestraft alle möglichen Verfehlungen mit Peitschenhieben und sadistischen Apparaturen. Schreiben ist selbstverständlich nicht erlaubt und hochgefährlich, aber für die Protagonistin lebensnotwendig, denn dadurch kann sie sich mit ihren Erinnerungen auseinandersetzen. Da ist zuallererst die Liebe zu einer Mitschwester, die als Bestrafung lebendig begraben wurde. Nach und nach kommen auch Erinnerungen zutage an das Leben vor der Aufnahme in die Frauen vorbehaltene Gemeinschaft. Es wird klar, dass eine durch Umweltkatastrophen und Kriege zerstörte Welt da draußen keine Alternative zum Leben als »Nichtswürdige« in der Hierarchie einer sadistischen Religionsgemeinschaft sein kann. An der Spitze der Hierarchie steht »Er«, den man nie zu Gesicht bekommt, der aber in pathetischen Ritualen die Frauen zur Läuterung auffordert und grausame Opfer verlangt. Je weiter der Text geht, desto weiter wagt sich die Erzählerin in eine geheime Opposition und sie bleibt darin nicht allein. Der Roman ist die verstörende Schilderung einer dystopischen Gesellschaft im Kleinen, in der die Gewalt der Herrschenden keine Schranken kennt und die Unterworfenen gegeneinander aufgehetzt werden. Die in Rot getauchte Buchgestaltung zeigt ein und dieselbe junge Frau mit Nonnenschleier und gesenktem Blick als Klon zigmal vervielfacht. Am Cover sticht eine dieser Figuren im Zentrum als lebendig hervor. Das ist wohl die im Geheimen schreibende, die sich an die Liebe ihrer Mutter erinnern kann, an eine Zeit der Selbstermächtigung und die Bindung an geliebte Wesen. Zu Beginn der Lektüre dominieren Grausamkeit und Einsamkeit, nach und nach weckt der Mut der jungen Frau Hoffnung und der Text bekommt die Spannung eines tödlichen Escape-Room-Games.
Nach dem prämierten Debüt-Roman »Wie die Schweine«, der durch TikTok ein Welterfolg wurde, hat die argentinische Autorin erneut einen dystopischen Roman vorgelegt, in dem sie Elemente unserer heutigen Welt in grausamster Weise auf die Spitze treibt. Sie thematisiert den Machtmissbrauch von Autoritäten in Religionsgemeinschaften ebenso wie die Resilienz fördernde Kraft von innigen Beziehungen und vermag zwischen diesen Spannungspolen eine mitreißende Geschichte zu erzählen.

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