In unseren Kreisen : Roman

Oswald, Georg M., 2022
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Medienart Buch
ISBN 978-3-492-05883-4
Verfasser Oswald, Georg M. Wikipedia
Systematik DR - Romane, Erzählungen und Novellen
Verlag Piper
Ort München
Jahr 2022
Umfang 206 Seiten
Altersbeschränkung keine
Sprache deutsch
Verfasserangabe Georg M. Oswald
Annotation Quelle: bn.bibliotheksnachrichten (http://www.biblio.at/literatur/bn/index.html);
Autor: Ingrid Kainzner;
Eine Erbschaft ermöglicht Familie Sandmann den Einzug in eine feudale Villa, stellt sie aber auch vor moralische und praktische Herausforderungen, mit denen sie nicht gerechnet hat. (DR)
Tatjana, Nikolai und Tochter Marie leben in einem Stadtviertel, in dem sie sich wohlfühlen, wo sie mit gleichgesinnten jungen Familien befreundet sind und versuchen, ein Leben zu führen, das nicht nur gut für sie selbst, sondern auch gut für andere ist: »Dazu gehörten ein achtsamer, sorgfältiger und auch geschlechtergerechter Sprachgebrauch, fair gehandelter Kaffee, Mülltrennung, Verzicht auf Fleisch, und wenn das schon nicht möglich war, dann wenigstens welches vom Biometzger.« Dabei machen sie sich nicht vor, dass sie damit außergewöhnlich moralisch handeln.
Als Tatjanas extravagante Tante stirbt und ihr nicht nur eine feudale Villa, sondern auch einen Millionenbetrag vererbt, stehen einige Entscheidungen an. Es ist ihnen bewusst, dass ein Umzug nicht nur einen Standortwechsel, sondern höchstwahrscheinlich auch eine Entfremdung von ihrem bisherigen Freundeskreis bedeutet. Natürlich nehmen sie das Erbe an und ziehen in die große Villa. Von den Nachbarn werden sie freundlich aufgenommen und vor allem Tatjana fügt sich rasch in das neue Umfeld ein. Tochter Marie fühlt sich in der Privatschule, die sie nun besucht, ausgesprochen wohl. Zuvor bangten vor allem ihre Eltern, dass sie aufgrund ihrer Noten nicht ins Gymnasium aufgenommen werden könnte. Dieses Problem wurde mit einer diskreten Spende aus der Welt geschafft. All dies ist freilich nicht mit ihren bisherigen Überzeugungen kompatibel. Doch richtig brenzlig wird es, als sie erfahren, dass die Villa vor der Machtergreifung der Nationalsozialisten einem jüdischen Arzt gehört hatte, der sie zu einem Spottpreis verkaufen musste, um emigrieren zu können.
Der Autor führt die Familie Sandmann in eine Zwickmühle und offenbart auf amüsante Weise, dass ihre linksliberale Weltanschauung der Verlockung des Mammons nicht standhält. Dennoch wird dem oder der Leser*in das Paar nicht gänzlich unsympathisch. Tatjana und Nikolai ist die Problematik eines Millionenerbes, noch dazu fragwürdiger Provenienz, immerhin bewusst. »In unseren Kreisen« ist unheimlich witzig und beschreibt so treffend die einschlägigen Milieus, sodass sich die Leser*innen auf eine soziologische Studie mit höchstem Unterhaltungswert freuen können.

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